Einleitung und Zielsetzung

Unsere heutige Energieversorgung bringt zahlreiche und viel diskutierte Probleme mit sich: Durch die Verbrennung fossi¬ler Energieträger – Kohle, Öl und Erdgas – werden Schadstoffe und Kohlendioxid (CO2) freigesetzt. Die Folgen sind bekannt: So verursachen Stickoxide sauren Regen und sind für das Waldsterben verantwortlich, Kohlendioxid wirkt als „Klimagas“ und kann zu weitreichenden Veränderungen des Weltklimas führen. Nicht nur Versicherungsunternehmen beobachten vermehrt Stürme und Hochwasserereignisse. Darüber hinaus werden die heute bekannten Vorkommen an Kohle, Öl und Erdgas nach und nach zur Neige gehen.
Um diesen Problemen zu begegnen, werden verstärkt regenerative Energien – Sonne, Wind, Wasser und Biomasse – genutzt, und die fossilen Energieträger werden sparsamer eingesetzt. Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen – wie große Heizkraftwerke oder kleine Blockheizkraftwerke – nutzen sowohl fossile wie auch erneuerbare Energieträger besonders effizient und tragen so zur Verringerung des Brennstoff-Bedarfs und damit zum Klimaschutz bei.
Dennoch befindet sich die Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in Deutschland – gemessen an ihrem Einsatz¬potenzial und an ihrem ökologischen Nutzen – noch auf einem sehr niedrigen Niveau. Nachdem in den vergangenen Jahren viele KWK-Anlagen stillgelegt wurden und neue Anlagen nur vereinzelt in Betrieb gingen, scheint sich die Situation jetzt langsam zu verbessern. Interesse an der Nutzung der KWK besteht auf vielen Seiten: Hersteller von Blockheizkraftwerken (BHKW) arbeiten an neuen Konzepten für Mini-BHKW, Experten betonen nachdrücklich, dass KWK der effektivste Weg zur schnellen und relativ kostengünstigen Verminderung der CO2-Emissionen ist, und in der Politik wird lebhaft darüber diskutiert, wie KWK gefördert werden kann. Mit dem neuen KWK-Gesetz und der Förderung durch das BAFA wurden die Rahmenbedingungen deutlich verbessert.

 Denn KWK ist unbestritten eine ressourcenschonende Art der Nutzenergie-Bereitstellung und lässt sich prinzipiell wirt¬schaftlich betreiben. Aufgrund der stark gefallenen Strompreise infolge der Liberalisierung des Strommarktes können Strom und Wärme heute jedoch oft billiger aus konventionellen Kraftwerken und Heizkesseln bezogen werden. Steigende Strompreise lassen aber bereits eine Umkehrung dieses Trends erkennen, und sie werden voraussichtlich weiter ansteigen, denn die Energieversorgungsunternehmen werden den Verkauf von Strom zu Billigpreisen nicht durchhalten können. Wärme und Strom aus KWK-Anlagen können dann wieder konkurrenzfähig sein.
Daher ist jetzt insbesondere für Neubauten und für anstehende Neuanschaffungen einer Heizungsanlage die Option Mini-BHKW interessant, da es sich hierbei um eine langfristige Investition handelt.
Um einer wachsenden Nachfrage nach Mini-BHKW zu entsprechen, muss geschultes Personal zur Verfügung stehen, um die qualifizierte Planung, Montage und Wartung der Anlagen sicherzustellen. Denn schlecht geplante und realisierte Anlagen verderben das Image, verunsichern potenzielle Käufer und verspielen die Chance, eine großflächige Verbreitung von Mini-BHKW zu erreichen. Der Aufbau eines bundesweiten qualifizierten Servicenetzes für Mini-BHKW kann realis¬tischerweise nicht von den Herstellern der Anlagen erreicht werden, vielmehr ist hier das Fachhandwerk gefragt. Zwar erfordert dies einen erheblichen finanziellen und zeitlichen Aufwand für die Qualifizierung in diesem Bereich, zugleich eröffnet sich dem Handwerk aber auch die Chance, in das wachsende Energiedienstleistungsgeschäft einzusteigen.
In diesem Sinne wendet sich die Broschüre insbesondere an Heizungsplaner, Heizungsbauer und Monteure, aber auch an potenzielle Betreiber und Nutzer von Mini-BHKW, die sich einen ersten Überblick über Nutzen, Funktionsweise, Anwendungsgebiete, politische Rahmenbedingungen und den Markt der Mini-BHKW verschaffen möchten.

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