Finanzierung durch Contracting

Contracting bietet dem Gebäudeeigentümer die Möglichkeit, sein Gebäude mit moderner, effizienter Heizungstechnologie auszurüsten, ohne sich selbst um die Technik, die Auswahl und den Betrieb der Anlage kümmern und ohne selbst zu investieren zu müssen. Der Eigentümer beauftragt einen Contractor mit der Planung, Errichtung, dem Anschluss und Betrieb der Anlage. Der Contractor finanziert die Anlage und übernimmt das Betriebsrisiko.
Contracting für Mini-BHWK wird von einigen Herstellern, von Energieagenturen und Energiedienstleistern und auch von Kommunen angeboten. Damit sich das Contracting für beide Seiten – den Gebäudeeigentümer als Contracting-Nehmer und den Contracting-Geber – lohnt, muss die neu errichtete Anlage soviel Energiekosten einsparen, so dass die Leistungen des Contractors, einschließlich seiner Investition, aus dieser Ersparnis bezahlt werden können. Der Contractor wird also immer bestrebt sein, die günstigste und effizienteste Möglichkeit der Energieversorgung zu wählen, schon allein, um seine Einnahmen zu sichern. Damit ist ein optimierter Energieeinsatz garantiert. Die Verträge laufen normaler¬weise über 10 oder 15 Jahre, entsprechend der erwarteten Nutzungsdauer des Mini-BHKW. Der Verband für Wärmeieferung vermittelt bei der Contractor-Suche und hat einen Leitfaden zur Ausschreibung von Contractor-Leistungen entwickelt.
Für das Energie-Contracting gibt es zwei Modalitäten:
10.5.1    Einspar-Contracting
Der Gebäude-Eigentümer zahlt festgelegte Contracting-Raten an den Contractor. Die Raten setzen sich zusammen aus der Grundrate für Kapital-, Wartungs- und Instandhaltungskosten und aus einer Arbeits- und Benutzungsrate, die abhängig von der Anzahl der Betriebsstunden des Mini-BHKW berechnet wird. Durch den Einsatz eines effizienten Mini-BHKW und den daraus resultierenden Stromerlösen spart der Gebäude-Eigentümer Energiekosten; aus dieser Ersparnis begleicht er die Contracting-Raten.
Bis zur vollständigen Bezahlung des Mini-BHKW bleibt dieses im Eigentum des Contractors. Danach kann es in den Besitz des Haus-Eigentümers übergehen.
10.5.2 Anlagen-Contracting
Beim Anlagen-Contracting tritt der Contracting-Geber als Energielieferant auf: Er mietet vom Gebäude-Eigentümer einen Raum, in dem er das Mini-BHKW in eigener Regie betreibt, und liefert Wärme und Strom an den Contracting-Nehmer. Aus dem Verkauf der Nutzenergie refinanziert er das Mini-BHKW. Der Vertrag kann auch weitergehende Energiedienst¬leistungen umfassen, wie z.B. die Energiekosten-Abrechnung mit den einzelnen Mietern eines Hauses. Je nach Vertrag ist entweder der Contractor oder der Haus-Eigentümer für die Installation von Wärmemengen- und Stromzählern für die einzelnen Wohneinheiten verantwortlich.
Das Mini-BHKW bleibt Eigentum des Contractors.

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